Mei­ne Aus­schüs­se im Bun­des­tag

  • Inne­res
  • Men­schen­rech­te und huma­ni­tä­re Hil­fe (Obfrau)
  • Gesund­heit (Stell­ver­tre­tung)

Reden im Bun­des­tag

Die AfD als bür­ger­li­che Ver­tei­di­ge­rin der Grund­rech­te (26. Novem­ber 2025)

Herr Prä­si­dent! Sehr geehr­te Abge­ord­ne­te! Lie­be Zuschau­en­de! Einen sehr inter­es­san­ten Antrag hat uns die AfD hier vor­ge­legt. Kei­ne offe­ne Het­ze, kei­ne eth­ni­sie­ren­den Zuschrei­bun­gen. Dies­mal gibt sich die AfD als bür­ger­li­che Ver­tei­di­ge­rin der Grund­rech­te, Wah­re­rin der infor­ma­tio­nel­len Selbst­be­stim­mung und Hüte­rin der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit. Selbst­ver­harm­lo­sung und Fas­sa­de als Stra­te­gie, beson­ders im Wahl­jahr 2026; denn am Sonn­tag sind ja Wah­len in Baden-Würt­tem­berg.

(Dr. Chris­ti­an Wirth [AfD]: Ja! Da spie­len Sie kei­ne Rol­le!)

Aber wir haben nicht ver­ges­sen, was Sie sonst for­dern, wenn Sie über Kri­mi­na­li­täts­phä­no­me­ne – am liebs­ten Clan­kri­mi­na­li­tät – reden: ras­sis­ti­sche Stig­ma­ti­sie­rung, Über­wa­chung, Law and Order bis zum Anschlag. Die­ser Antrag ist offen­sicht­lich kein ehr­li­cher Bei­trag zur Aus­ein­an­der­set­zung mit Orga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät. Er ist ein Wolf im Schafs­pelz,

(Bei­fall bei der Lin­ken)

ein tak­ti­sches Manö­ver, mit dem die AfD errei­chen will, dass ande­re Frak­tio­nen zustim­men, und beson­ders, um wähl­bar zu erschei­nen. Weich for­mu­liert, aber immer mit der glei­chen men­schen­feind­li­chen Agen­da dahin­ter.

Neh­men wir Ihren Antrag trotz­dem kurz ernst. Sie for­dern dar­in nichts, was nicht schon längst in der Welt ist; ein Blick in den Akti­ons­plan gegen Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät der Bun­des­re­gie­rung reicht. Hin­ge­gen: Bar­geld­ober­gren­zen, eines der wirk­sams­ten Mit­tel gegen Geld­wä­sche, feh­len bei Ihnen völ­lig. Klar, sonst ver­hed­dern Sie sich näm­lich in Ihrem eige­nen Popu­lis­mus: einer­seits die Erzäh­lung von der dro­hen­den Über­wa­chungs­dik­ta­tur durch – angeb­li­che – Abschaf­fung des Bar­gelds, ande­rer­seits der Ruf nach dem über­star­ken Staat.

Mit Ihrer For­de­rung, bran­chen­spe­zi­fi­sche Prä­ven­ti­ons- und Com­pli­ance-Stan­dards durch Akteu­re der Pri­vat­wirt­schaft eta­blie­ren zu las­sen, wol­len Sie die Ver­ant­wor­tung für Ver­dachts­prü­fun­gen genau denen über­las­sen, die an Geld­wä­sche und Steu­er­tricks mit­ver­die­nen. Da den­ke ich doch gleich an eine inter­es­san­te Erkennt­nis aus den Epstein-Files. Bei der Deut­schen Bank waren offen­bar alle Maß­stä­be ver­rutscht: Epstein und ande­re ein­fluss­rei­che Per­so­nen wur­den ein­fach mal von den Ver­fah­ren aus­ge­nom­men, mit denen Geld­wä­sche erkannt wer­den soll. Die Öffent­lich­keit schaut unter­des­sen vor allem auf Epsteins ent­setz­li­chen Men­schen­han­del.

Da eint Sie etwas mit der Koali­ti­on: Sie alle reden von Orga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät, als wäre das ein klar umris­se­nes Phä­no­men. Dabei dient die­ses Buz­zword seit Jahr­zehn­ten dazu, rechts­staat­li­che Gren­zen bei der Straf­ver­fol­gung zu schlei­fen,

(Sebas­ti­an Fied­ler [SPD]: Unsinn!)

wäh­rend die vage poli­zei­li­che Defi­ni­ti­on per­fekt auf Ban­ken, Kon­zer­ne, Lob­by­is­mus passt:

(Bei­fall bei Abge­ord­ne­ten der Lin­ken)

Gewinn­stre­ben, Macht­stre­ben, wirt­schaft­li­che Struk­tu­ren, Ein­fluss auf Poli­tik und Medi­en. Doch Ihr Blick geht immer nur nach unten, nie nach oben. Das ist kei­ne Sicher­heits­po­li­tik, das ist Macht­er­halt für Rei­che und Mäch­ti­ge.

(Bei­fall bei der Lin­ken – Sieg­fried Walch [CDU/CSU]: Eijei­jei!)

Kein Büro­kra­tie­ab­bau auf Kos­ten von Bürger:innenrechten (29. Janu­ar 2026)

Herr Prä­si­dent! Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen! Herr Dob­rindt – in Abwe­sen­heit! Den „Staat ein­fa­cher, digi­ta­ler, erfolg­rei­cher zu machen“, ver­spre­chen Sie im Gesetz­ent­wurf. Doch in Wirk­lich­keit geht es hier nicht um Büro­kra­tie­ab­bau für Bür­ger/-innen, son­dern um Rechts­staats­ab­bau. Sie wol­len es sich selbst mal wie­der ein­fa­cher machen auf Kos­ten von Bür­ger/-innen­rech­ten – ein wei­te­rer Schritt in Rich­tung Repres­si­ons­staat. Sie wol­len 26 Geset­ze und Ver­ord­nun­gen in einem Paket ändern, vom Asyl­ge­setz bis zum Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz. Aber: Ver­steckt in die­sem juris­ti­schen Fli­cken­tep­pich fin­den sich mas­sen­haft Bestim­mun­gen, die ein­fach nur alar­mie­rend sind.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Beim Asyl­ge­setz wol­len Sie die Pflicht, dem Par­la­ment über die Lage in den soge­nann­ten siche­ren Her­kunfts­staa­ten zu berich­ten, ein­fach strei­chen – mit der lapi­da­ren Begrün­dung, der Pflicht nach­zu­kom­men, bin­de Per­so­nal in Minis­te­ri­en. Die gera­de erst hart erkämpf­te Berichts­pflicht soll über Nacht ver­schwin­den?

(Zuruf des Abg. Dr. Mar­tin Plum [CDU/CSU])

Noch Anfang Dezem­ber, vor acht Wochen, ver­si­cher­te Sebas­ti­an Fied­ler von der SPD hier von die­sem Pult aus zur Berichts­pflicht: „Das ist Trans­pa­renz, das ist Kon­trol­le, und das ist geleb­ter Rechts­staat.“ Und heu­te? Heu­te wol­len Sie das wie­der abschaf­fen? Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen von der SPD, inter­es­siert Sie das nicht mehr?

Auch beim Bun­des­kri­mi­nal­amt­ge­setz: kein harm­lo­ser, bür­ger­freund­li­cher Büro­kra­tie­ab­bau – nein: Abbau rechts­staat­li­cher Siche­run­gen, gro­ßer Lausch­an­griff, Online­durch­su­chung, TKÜ, Post­be­schlag­nah­me, Ras­ter­fahn­dung. Das sind maxi­mal grund­rechts­in­ten­si­ve Ein­grif­fe.

(Jens Beh­rens [SPD]: Was?)

Die sol­len, wenn es nach Ihnen geht, künf­tig unkom­pli­zier­ter wer­den: kei­ne Ein­bin­dung der BKA-Spit­ze mehr für eine Anord­nung. Für Sie soll es rei­chen, wenn beim BKA beschäf­tig­te Juris­tin­nen und Juris­ten behör­den­in­tern grü­nes Licht geben. Das ist prak­tisch und erleich­tert das Leben zumin­dest dem Füh­rungs­per­so­nal, nicht jedoch den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, gegen die sich die­se Maß­nah­men rich­ten und gegen die noch nicht ein­mal ein kon­kre­ter Tat­ver­dacht bestehen muss.

Die bei Online­durch­su­chun­gen erlang­ten Daten sol­len nun sogar kom­plett von der Poli­zei gesich­tet wer­den dür­fen, anstatt, wie vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt 2016 gefor­dert, zual­ler­erst von Rich­te­rin­nen und Rich­tern auf Ver­let­zun­gen des Kern­be­reichs pri­va­ter Lebens­ge­stal­tung durch­ge­se­hen zu wer­den. Sie ver­su­chen erneut, ver­fas­sungs­schutz­recht­li­che Schutz­mau­ern nie­der­zu­rei­ßen.

Und beim Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz? Da wird aus kla­ren Lösch­fris­ten ein vages „Wenn mög­lich“. Damit öff­nen Sie der behörd­li­chen Daten­an­häu­fung Tür und Tor.

Las­sen wir uns von die­sem Gesetz­ent­wurf also nicht täu­schen. Er garan­tiert weni­ger Trans­pa­renz, weni­ger rechts­staat­li­che Kon­trol­le und schlei­chen­den Grund­rechts­ver­lust. Nicht mit uns!

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Ein Angriff auf unse­re Grund­rech­te (18. Dezem­ber 2025)

Sehr geehr­te Frau Prä­si­den­tin! Lie­be Kol­le­gin­nen! Lie­be Kol­le­gen! Lie­be Zuschaue­rin­nen! Lie­be Zuschau­er! Die­ser Gesetz­ent­wurf gibt sich ganz harm­los, als sei er nur eine tech­no­kra­ti­sche For­ma­lie. Das ist er aber nicht. Er ist ein poli­ti­sches State­ment, und zwar eines, das signa­li­siert: Sie wol­len mehr Daten­samm­lung, weni­ger Kon­trol­le, weni­ger Grund­rechts­schutz.

Euro­pol hat in der Ver­gan­gen­heit recht­wid­rig mas­sen­haft Daten gesam­melt und gespei­chert.

(Dr. Chris­ti­an Wirth [AfD]: Sie mei­nen die Sta­si!)

Statt das zu stop­pen, ist die­se Pra­xis durch die Euro­pol-Ver­ord­nung ein­fach nach­träg­lich lega­li­siert wor­den.

(Sebas­ti­an Fied­ler [SPD]: Ein Mythos!)

Mit Ihrem Gesetz­ent­wurf sol­len nun auch Lan­des­kri­mi­nal­äm­ter und der Zoll über Euro­pol Daten aus­tau­schen dür­fen.

(Sebas­ti­an Fied­ler [SPD]: Gut so!)

Euro­pol hat kei­ne Daten­si­los mehr, auch kei­nen Daten­pool, nein, einen rie­si­gen Daten­see, und Ihr Gesetz­ent­wurf ver­schafft ihm immer wei­te­ren Zufluss, immer mehr Infor­ma­tio­nen von immer mehr Stel­len. Und der Abfluss? Zuneh­mend ohne Kon­trol­le!

Und natür­lich ver­viel­facht sich auch die Anzahl der Stel­len, die Daten aus die­sem See her­aus­fi­schen, ver­knüp­fen und ana­ly­sie­ren kön­nen. Zur Daten­ana­ly­se darf nun sogar künst­li­che Intel­li­genz ein­ge­setzt wer­den.

(Sebas­ti­an Fied­ler [SPD]: „Sogar“!)

Von Euro­pol gespei­chert wer­den auch per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten von Men­schen, gegen die nie­mals ein Tat­ver­dacht bestand. Die­se Men­schen sind als Zeu­gin­nen und Zeu­gen hin­ein­ge­langt, als Opfer von Straf­ta­ten. Daten­schutz ist bei Euro­pol zweit­ran­gig. Siche­rungs­me­cha­nis­men gegen rechts­wid­ri­ge Daten­ver­ar­bei­tung feh­len.

(Sebas­ti­an Fied­ler [SPD]: Oh, Him­mel! Nir­gend­wo gibt es mehr Daten­schutz als bei Euro­pol! Was für ein Unsinn!)

Mit der Aus­wei­tung der Über­mitt­lungs­be­fug­nis­se auf zahl­rei­che wei­te­re Poli­zei­dienst­stel­len und den Zoll steigt die Gefahr von Daten­schutz­ver­stö­ßen bei Euro­pol wei­ter.

(Sebas­ti­an Fied­ler [SPD]: Gro­ber Unfug!)

Das ist ein Angriff auf Grund­rech­te, und wir leh­nen die­sen Gesetz­ent­wurf ab.

(Bei­fall bei der Lin­ken – Sebas­ti­an Fied­ler [SPD]: Was für ein gro­ber Unfug!)

Tag der Men­schen­rech­te: Die wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Men­schen­rech­te nicht ver­ges­sen (4. Dezem­ber 2025)

Sehr geehr­te Frau Prä­si­den­tin! Lie­be Abge­ord­ne­te! Lie­be Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er! Der 10. Dezem­ber ist der Tag der Men­schen­rech­te. Das haben wir heu­te schon oft gehört.

Die­ser Gedenk­tag erin­nert an die Ver­kün­dung der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te am 10. Dezem­ber 1948. Wozu wir bis­her viel zu wenig gehört haben, sind die WSK-Rech­te, die wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Men­schen­rech­te, unter ande­rem das Men­schen­recht auf Woh­nen, das Men­schen­recht auf Bil­dung, das Men­schen­recht auf Gesund­heit. Das sind Kern­rech­te des UN-Sozi­al­pakts. Und die­sen hat Deutsch­land im Dezem­ber 1973 rati­fi­ziert.

Aber Deutsch­land wird sei­ner men­schen­recht­li­chen Ver­ant­wor­tung nicht gerecht. Die Mie­ten stei­gen und stei­gen, bezahl­ba­re Woh­nun­gen sind Man­gel­wa­re. Wohn­raum wird zur Ware, zur Gold­gru­be für Spe­ku­lan­ten. In der Bil­dung gibt es kei­ne ech­te Chan­cen­gleich­heit. Der Bil­dungs­ab­schluss hängt von der Her­kunft ab. Arbei­ter­kin­der wer­den abge­hängt, Kin­der mit Migra­ti­ons­ge­schich­te erst recht.

Das Gesund­heits­sys­tem ist kaputt­ge­spart, gesetz­lich Ver­si­cher­te müs­sen sich Behand­lun­gen und Arzt­ter­mi­ne erkämp­fen. Die Arbeits­be­din­gun­gen trei­ben Pfle­ge­kräf­te in die Erschöp­fung. Wer zuge­wan­dert, pfle­ge­be­dürf­tig oder psy­chisch erkrankt ist oder – im schlimms­ten Fall – alles zusam­men, bleibt viel zu oft auf der Stre­cke. Über 13 Mil­lio­nen Bür­ger/-innen gel­ten aktu­ell als arm, aber es gibt 1,6 Mil­lio­nen Mil­lio­nä­rin­nen und Mil­lio­nä­re in Deutsch­land. Bei den WSK-Rech­ten muss die Regie­rung vor der eige­nen Haus­tür keh­ren. Es gibt noch viel zu tun.

(Bei­fall bei der Lin­ken und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Wir Lin­ken hel­fen Ihnen ger­ne mit unse­ren Initia­ti­ven wei­ter:

Men­schen­recht auf Woh­nen: Mie­ten deckeln, sozia­len Woh­nungs­bau mas­siv aus­wei­ten, spe­ku­la­ti­ven Leer­stand bekämp­fen,

(Bea­trix von Storch [AfD]: Wer baut denn noch?)

gro­ße Woh­nungs­kon­zer­ne ver­ge­sell­schaf­ten, und unter­neh­men Sie end­lich etwas gegen den Miet­wu­cher.

(Bei­fall bei der Lin­ken – Bea­trix von Storch [AfD]: Rei­che erschie­ßen!)

Men­schen­recht auf Bil­dung: gebüh­ren­freie Bil­dung ab der Kita, kos­ten­frei­es Mit­tag­essen in allen Schu­len und Kitas.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Men­schen­recht auf Gesund­heit: Stär­kung der soli­da­ri­schen Kran­ken­ver­si­che­rung und Ende der Zwei­klas­sen­me­di­zin, Rekom­mu­na­li­sie­rung der Gesund­heits­ver­sor­gung.

(Bea­trix von Storch [AfD]: Ja, und Geld dru­cken! Wo soll denn das gan­ze Geld her­kom­men? – Gegen­ruf von der Lin­ken: Hal­ten Sie doch mal den Mund!)

Und: Abge­ord­ne­te, Beam­te und Selbst­stän­di­ge in eine all­ge­mei­ne Erwerbs­tä­ti­gen­ver­si­che­rung ein­be­zie­hen, soli­da­ri­sche Min­dest­ren­te, Ren­ten­ni­veau auf 53 Pro­zent anhe­ben.

(Bei­fall bei der Lin­ken – Enri­co Kom­ning [AfD]: Ein­fach Sozia­lis­mus pur!)

Sie alle müs­sen sich dar­an mes­sen las­sen, ob Sie die­se Men­schen­rech­te umset­zen. Wer von Men­schen­rech­ten spricht, muss dafür sor­gen,

(Enri­co Kom­ning [AfD]: Sie reden von Sozia­lis­mus!)

dass nie­mand ver­drängt wird, nie­mand friert, nie­mand an Armut, Krank­heit oder feh­len­dem Zugang zu Bil­dung schei­tert.

Also, ran an die Arbeit. Tun Sie end­lich was, damit Sie 2026 wie­der in den Spie­gel schau­en kön­nen.

Vie­len Dank.

(Bei­fall bei der Lin­ken – Bea­trix von Storch [AfD]: Mehr Geld für alle!)

Zur Lage im Sudan (26. Novem­ber 2025)

Sehr geehr­ter Herr Prä­si­dent! Lie­be Abge­ord­ne­te! Lie­be Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er! Sehr geehr­ter Herr Minis­ter Wade­phul! Im Sudan hun­gern, lei­den und ster­ben Mil­lio­nen Men­schen. Seit 2023 tobt der Krieg wie­der im Sudan. Er hat das Land ver­wüs­tet.

Bei der Ein­nah­me der mona­te­lang bela­ger­ten Stadt Al-Faschir ver­üb­ten RSF-Kämp­fer vor vier Wochen Mas­sa­ker: Mas­sen­tö­tun­gen, Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gun­gen, Plün­de­run­gen, Fol­ter und Angrif­fe auf Flüch­ten­de. Über 30 Mil­lio­nen Men­schen sind im Sudan auf huma­ni­tä­re Hil­fe ange­wie­sen. 30 Mil­lio­nen Men­schen! In vie­len Regio­nen herrscht Hun­gers­not, eine unglaub­li­che Ver­sor­gungs­kri­se. Über 14 Mil­lio­nen Men­schen sind auf der Flucht, die Hälf­te von ihnen sind Frau­en und Kin­der. So vie­le Bin­nen­flücht­lin­ge wie im Sudan gibt es sonst nir­gends auf der Welt. Hun­dert­tau­sen­de sind in die Nach­bar­län­der geflo­hen.

In den Flücht­lings­la­gern fehlt es an allem, beson­ders an sau­be­rem Was­ser, medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung und auch an Schutz vor Gewalt. Die Situa­ti­on von Frau­en und Mäd­chen ist beson­ders pre­kär, die Situa­ti­on von Schwan­ge­ren, Neu­ge­bo­re­nen und Müt­tern desas­trös. All das ist kein fer­nes Dra­ma. Es ist eine men­schen­ge­mach­te Kata­stro­phe, die sich heu­te und jetzt abspielt und vor der Sie die Augen ver­schlie­ßen.

(Bei­fall bei der Lin­ken sowie des Abg. Max Lucks [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])

Laut UN wer­den für huma­ni­tä­re Hil­fe im Sudan über 3,6 Mil­li­ar­den Euro – 3,6 Mil­li­ar­den Euro! – benö­tigt. Aber was tut die Bun­des­re­gie­rung? Sie streicht die huma­ni­tä­re Hil­fe für die Regi­on auf weni­ger als 100 Mil­lio­nen Euro zusam­men: in der größ­ten huma­ni­tä­ren Kri­se der Gegen­wart eine Kür­zung gegen­über 2024 um über 84 Pro­zent. Das ist ein Skan­dal!

(Bei­fall bei der Lin­ken sowie bei Abge­ord­ne­ten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Aber die Bun­des­re­gie­rung inter­es­siert sich nicht dafür, dass der Krieg im Sudan immer wei­ter mit Waf­fen­lie­fe­run­gen ange­heizt wird, und zwar Waf­fen­lie­fe­run­gen von Staa­ten, an die wir als Deutsch­land Waf­fen lie­fern. Die Bun­des­re­gie­rung redet von „kurz­fris­ti­gen Inter­es­sen“ und „Haus­halts­dis­zi­plin“. Sie inter­es­siert nicht das Leid von Mil­lio­nen Men­schen, son­dern nur, wie sie selbst mit Stim­mungs­ma­che poli­tisch pro­fi­tie­ren kann.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Wir for­dern, dass die Bun­des­re­gie­rung für den Sudan aus­rei­chen­de Mit­tel frei­gibt und ihr Gesamt­bud­get für huma­ni­tä­re Hil­fe sofort um 2 Mil­li­ar­den Euro auf­stockt, auf 3 Mil­li­ar­den Euro ins­ge­samt. Und ja, das ist finan­zier­bar. Statt Rüs­tungs­etats zu erhö­hen, müs­sen wir Men­schen ret­ten und inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät leben. Wir sind für Men­schen­rech­te. Wir Lin­ken tre­ten für die Frau­en im Sudan ein und für eine Welt, in der wir alle leben wol­len.

Dan­ke schön.

Prä­ven­ti­on statt Sym­bol­po­li­tik (5. Novem­ber 2025)

Sehr geehr­te Frau Prä­si­den­tin! Sehr geehr­te Abge­ord­ne­te! Ja, der Ein­satz von Spreng­stoff ist brand­ge­fähr­lich. Geld­au­to­ma­ten­spren­gun­gen sind gefähr­lich. Sie gefähr­den Leben und schaf­fen Unsi­cher­heit. Nie­mand hier ver­harm­lost das. Aber die Fra­ge ist doch: Wie reagie­ren wir rich­tig?

Schon heu­te gilt: Wer Geld­au­to­ma­ten sprengt, kann hohe Stra­fen erwar­ten. Aber was macht die Bun­des­re­gie­rung? Sie greift reflex­haft zu Ver­schär­fun­gen im Straf­recht. Sie nutzt die Gele­gen­heit, die Befug­nis zur Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung noch­mals aus­zu­wei­ten. Die Zahl der Kata­logstraf­ta­ten, die heim­li­che Grund­rechts­ein­grif­fe ermög­li­chen, wächst immer wei­ter. Die Bun­des­re­gie­rung setzt dar­auf, Straf­bar­keit vor­zu­ver­la­gern, indem sie die Ver­suchs­straf­bar­keit aus­wei­tet. Sie will Straf­rah­men erhö­hen. Und all das ist Sym­bol­po­li­tik.

Der Gesetz­ent­wurf soll Hand­lungs­fä­hig­keit demons­trie­ren. Er hat aber kei­nen nach­hal­ti­gen Effekt auf die Spren­gung von Geld­au­to­ma­ten; denn här­te­re Stra­fen schre­cken nicht ab, sie ver­hin­dern kei­ne Straf­tat. Das ist in der Kri­mi­no­lo­gie längst unbe­strit­ten. Und wir alle wis­sen es: Nicht die Straf­hö­he ver­hin­dert die Straf­tat, son­dern allen­falls die Wahr­schein­lich­keit, ent­deckt zu wer­den. Um Geld­au­to­ma­ten­spren­gun­gen in den Griff zu bekom­men, braucht es kei­ne Vor­ver­la­ge­rung der Straf­bar­keit, kei­ne Schaf­fung von Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stän­den und kei­ne erhöh­ten Straf­an­dro­hun­gen.

Schau­en wir in die Nie­der­lan­de! Dort setzt man auf Prä­ven­ti­on. Auto­ma­ten wur­den gesi­chert, Bar­geld­be­stän­de redu­ziert, die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Ban­ken und Poli­zei aus­ge­baut. Das war wirk­sam. Und genau das hat die Zahl der Spren­gun­gen gesenkt, nicht ein neu­es Straf­recht.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Wir brau­chen Prä­ven­ti­on; denn Prä­ven­ti­on funk­tio­niert, Sym­bo­lik nicht. Auch wir wol­len den Umgang mit Spreng­stof­fen unter­bin­den, schon mit Blick auf ganz ande­re Kri­mi­na­li­täts­phä­no­me­ne. – Übri­gens hät­ten wir uns an die­ser Stel­le auch gewünscht, dass die Bun­des­re­gie­rung end­lich ein Böl­ler­ver­bot ermög­licht; denn das for­dern auch gro­ße Tei­le der Bevöl­ke­rung.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Die­ser Gesetz­ent­wurf geht an der Sache vor­bei und geht gleich­zei­tig zu weit. Er schafft sym­bo­li­sches Straf­recht und schränkt Grund­rech­te ein, ohne auch nur andeu­tungs­wei­se an den Ursa­chen der Kri­mi­na­li­tät anzu­set­zen. Des­we­gen kön­nen wir den Gesetz­ent­wurf nicht mit­tra­gen.

Vie­len Dank.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Ja zu Men­schen­wür­de, glo­ba­ler Gerech­tig­keit und inter­na­tio­na­ler Soli­da­ri­tät — See­not­ret­tung wei­ter­hin unter­stüt­zen! (17. Sep­tem­ber 2025)

Sehr geehr­te Frau Prä­si­den­tin! Lie­be Abge­ord­ne­te! Lie­be Zuschau­er/-innen! Reden wir über huma­ni­tä­re Hil­fe und über Glaub­wür­dig­keit. Die Wahr­heit ist: Men­schen flie­hen vor Krieg und Gewalt, und auf der Flucht nach Euro­pa ertrin­ken sie im Meer. Sie suchen Men­schen­wür­de und Leben und fin­den den Tod. Die EU-Flucht­ab­wehr­agen­tur Fron­tex kos­tet in die­sem Jahr 1 Mil­li­ar­de Euro. Wäh­rend Fron­tex und die Küs­ten­wa­che Boo­te abdrän­gen, weg­schlep­pen und weg­schau­en, streicht die Bun­des­re­gie­rung auch noch kalt­schnäu­zig ihr biss­chen Unter­stüt­zung für die NGOs, wel­che die See­not­ret­tung auf der lebens­ge­fähr­li­chen Mit­tel­meer­rou­te auf­recht­erhal­ten. Das ist zynisch!

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Eine zivi­le EU-See­not­ret­tungs­mis­si­on muss her, mit Schif­fen, die wirk­lich Men­schen ret­ten. Von NGOs dafür ent­wi­ckel­te Kon­zep­te gibt es schon längst. Sie ori­en­tie­ren sich an der frü­he­ren Ope­ra­ti­on Mare Nos­trum – Kos­ten: 240 Mil­lio­nen Euro, ein Bruch­teil des Etats von Fron­tex. Dafür müs­sen Haus­halts­mit­tel zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Klar ist auch: See­not­ret­tung allei­ne ist kei­ne Lösung. Men­schen brau­chen siche­re, lega­le Flucht­we­ge, damit Fami­li­en nicht auf Boo­te stei­gen müs­sen und damit Schlep­per nicht pro­fi­tie­ren.

Die Wahr­heit ist: Ihr Haus­halt ist ein Desas­ter. In einer Zeit der huma­ni­tä­ren Kri­sen von unvor­stell­ba­rem Aus­maß, wie zum Bei­spiel in Gaza und Sudan, ken­nen Sie nur noch mili­tä­ri­sche Aus­ga­ben.

(Bei­fall des Abg. Sascha Wag­ner [Die Lin­ke])

Die huma­ni­tä­re Hil­fe kür­zen Sie um 53 Pro­zent. Und mit Ihren Kür­zun­gen ver­ant­wor­ten Sie Mil­lio­nen Tote. Nach UN-Anga­ben kön­nen von 305 Mil­lio­nen Men­schen, die auf huma­ni­tä­re Hil­fe ange­wie­sen sind, aktu­ell nur noch 114 Mil­lio­nen Men­schen ver­sorgt wer­den.

Ihr Haus­halt? Krieg und Kahl­schlag! Wir sagen Nein zu die­sem Haus­halt und zu Ihrer Poli­tik. Und wir sagen Ja zu Men­schen­wür­de, glo­ba­ler Gerech­tig­keit und inter­na­tio­na­ler Soli­da­ri­tät.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Kein Taser für Dob­rindt! (12. Sep­tem­ber 2025)

Sehr geehr­te Frau Prä­si­den­tin! Lie­be Abge­ord­ne­te! Ihr Gesetz­ent­wurf, Herr Dob­rindt, bringt Gefahr statt Sicher­heit. Er schützt das Recht nicht, er bedroht es. Des­halb leh­nen wir die­sen Ent­wurf ent­schie­den ab.

Taser sind Waf­fen mit gro­ßem Gefah­ren­po­ten­zi­al. Ihr Ein­satz ris­kiert töd­li­che Ver­let­zun­gen. In Ihrem Gesetz­ent­wurf ord­nen Sie Taser recht­lich kor­rekt als Waf­fe ein – immer­hin. Ihre Nut­zung wol­len Sie den Bun­des­be­am­tin­nen und ‑beam­ten aber durch schlich­te Auf­nah­me in eine Legal­de­fi­ni­ti­on erlau­ben. Was fehlt, ist eine eigen­stän­di­ge Ein­satz­re­ge­lung.

Taser sind gefähr­lich, aber in Ihrem Gesetz­ent­wurf wer­den Taser-Ein­sät­ze kei­nen kla­ren Vor­ga­ben unter­wor­fen. Kon­kre­te Ein­satz­vor­aus­set­zun­gen wer­den von Ihnen nicht gesetz­lich gere­gelt. Es fin­det sich kein Ver­bot des Ein­sat­zes gegen vul­nerable Per­so­nen. Es gibt kein kla­res Ver­bot des beson­ders gefähr­li­chen Kon­takt­mo­dus. Es gibt kei­ne Begren­zung von Zahl und Dau­er der Strom­stö­ße. All das ist hoch ris­kant. Wir akzep­tie­ren das nicht.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Aus medi­zi­ni­scher Sicht sind Taser brand­ge­fähr­lich.

(Dr. Chris­ti­an Wirth [AfD]: Die sol­len sich ein­fach beneh­men!)

Für Men­schen mit Herz- oder Lun­gen­pro­ble­men besteht aku­te Lebens­ge­fahr. Immens gefähr­den Taser auch Per­so­nen, die unter dem Ein­fluss von Medi­ka­men­ten oder Dro­gen ste­hen, eben­so Men­schen in psy­chi­schen Aus­nah­me­si­tua­tio­nen.

(Zuruf von der AfD: Also Ihre Kli­en­tel!)

Schon für stark erreg­te oder kör­per­lich erschöpf­te Per­so­nen sind Taser hoch gefähr­lich, auch für älte­re Men­schen, Kin­der und Schwan­ge­re. Beson­ders häu­fig zur Anwen­dung kom­men Taser aber gera­de gegen­über Per­so­nen in krank­heits­be­ding­ten oder durch Sub­stan­zen aus­ge­lös­ten Aus­nah­me­si­tua­tio­nen.

Die Dun­kel­zif­fer schwe­rer Schä­den und miss­bräuch­li­cher Fäl­le ist hoch. Amnes­ty Inter­na­tio­nal hat seit 2021 min­des­tens zehn Todes­fäl­le im Zusam­men­hang mit Taser-Ein­sät­zen in Deutsch­land doku­men­tiert, meist bei Men­schen in psy­chi­schen Kri­sen oder mit Vor­er­kran­kun­gen. Amnes­ty Inter­na­tio­nal und der Deut­sche Anwalt­ver­ein war­nen: Poli­zei­be­am­tin­nen und Poli­zei­be­am­te nut­zen Taser, um Gehor­sam zu erzwin­gen. – Taser wur­den beson­ders ange­wen­det gegen vul­nerable Per­so­nen, gegen Men­schen mit Behin­de­rung, gegen Men­schen in psy­chi­schen Kri­sen.

(Marc Hen­rich­mann [CDU/CSU]: Sie schüt­zen aber auch Poli­zis­ten!)

Im Kon­takt­mo­dus wer­den sie laut Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on sogar zur Erleich­te­rung von Fes­se­lung ein­ge­setzt. Taser wur­den ange­wen­det gegen Men­schen, die kei­ne aku­te Bedro­hung dar­stell­ten und unbe­waff­net waren. Taser ste­hen für die Nor­ma­li­sie­rung poli­zei­li­cher Gewalt­an­wen­dung. Sobald Taser ver­füg­bar sind, sinkt die Hemm­schwel­le zum Ein­satz.

Poli­zei muss für Dees­ka­la­ti­on und Men­schen­rech­te ein­ste­hen. Der vor­ge­leg­te Gesetz­ent­wurf hat eine gegen­tei­li­ge Wir­kung, und das ist für uns nicht hin­nehm­bar.

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Kat­rin Fey befragt Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Johann Wade­phul (CDU) zu Isra­els Sied­lungs­po­li­tik (4. Juni 2025)

Vie­len Dank, Frau Prä­si­den­tin. – Sehr geehr­ter Herr Außen­mi­nis­ter Wade­phul, in der letz­ten Woche haben Sie in einem Inter­view ange­kün­digt, als Kon­se­quenz der huma­ni­tä­ren Lage in Gaza – ich zitie­re – „im nächs­ten Schritt wahr­schein­lich auch das poli­ti­sche Han­deln [zu] ändern“. Ich fra­ge Sie, auch ange­sichts Ihres Tref­fens mit dem israe­li­schen Außen­mi­nis­ter Gideon Sa’ar, der sich wie­der­holt klar gegen eine Zwei­staa­ten­lö­sung und einen Paläs­ti­nen­ser­staat äußer­te, der for­der­te, die Sied­lun­gen im West­jor­dan­land aus­zu­wei­ten, der im Okto­ber 2023 aus­drück­lich ankün­dig­te, Gaza müs­se am Ende des Krie­ges klei­ner sein als vor­her, und auch schon ver­lang­te, Isra­el müs­se vom Fluss bis zum Meer in jüdi­scher Hand blei­ben, wann denn mit die­sem geän­der­ten poli­ti­schen Han­deln der Bun­des­re­gie­rung zu rech­nen ist, nach­dem Sie bis­lang die­se grau­en­er­re­gen­de men­schen- und völ­ker­rechts­wid­ri­ge Lage in Gaza nur taten­los beklagt haben. Was wer­den Sie kon­kret tun?

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Kat­rin Fey befragt Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Johann Wade­phul (CDU) zu Netan­ja­hu (4. Juni 2025)

Die möch­te ich natür­lich nut­zen. – Herr Wade­phul, wie bekom­men wir denn den israe­li­schen Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Netan­ja­hu vor den Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof?

(Kai Whit­taker [CDU/CSU]: Pfui! – Gegen­ruf des Abg. Han­nes Gnauck [AfD]: Da braucht ihr euch gar nicht auf­zu­re­gen! Mit denen stimmt ihr ab! Das sind eure Leu­te!)

Ich fra­ge das mit Blick dar­auf, dass Deutsch­land seit Jah­ren als maß­geb­li­cher Unter­stüt­zer die­ses Straf­ge­richts­ho­fes und der Ver­fol­gung von Völ­ker­rechts­stra­fen dasteht und dass eine Miss­ach­tung des Haft­be­fehls die­sen aber ekla­tant schwä­chen wür­de.

Kat­rin Fey befragt Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Alex­an­der Dob­rindt (CSU) zur Migra­ti­ons­po­li­tik (21. Mai 2025)

Sehr geehr­te Frau Prä­si­den­tin! Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen! Wir müs­sen wie­der über Rechts­extre­mis­mus reden. Haben Sie, Herr Dob­rindt, Rechts­extre­mis­mus wirk­lich auf dem Radar?
(Alex­an­der Dob­rindt, Bun­des­mi­nis­ter: Ja, ich habe dar­über gespro­chen!)
Ich den­ke, nein. Wel­che schlag­kräf­ti­gen Ansät­ze haben Sie denn im Kampf gegen rechts außen vor­zu­wei­sen? Wir haben von Ihnen dazu nichts gefun­den.
Was unter­neh­men Sie zur Stär­kung des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts? Bei Wei­tem nicht genug. Mit Ihrer Klei­nen Anfra­ge im Janu­ar haben Sie ver­sucht, Orga­ni­sa­tio­nen ein­zu­schüch­tern, die sich für Demo­kra­tie und gegen Rechts­extre­mis­mus ein­set­zen.
(Bei­fall bei der Lin­ken – Jens Spahn [CDU/CSU]: Man darf nicht mal mehr fra­gen, oder was?)
Sogar die „Omas gegen Rechts“ haben Sie sich vor­ge­nom­men. Sie stär­ken die­se Akteu­re nicht, Sie las­sen sie im Stich.
In Hil­chen­bach im Sie­ger­land – dort kom­me ich her – hat sich die rechts­extre­me Par­tei Der Drit­te Weg fest­ge­setzt. Die­se Par­tei hat ein Haus gekauft, und mit ihrem völ­ki­schen Geha­be fällt sie in das Städt­chen ein.
(Zuruf des Abg. Dr. Chris­ti­an Wirth [AfD])
Am Tag von Hit­lers Geburts­tag ver­an­stal­tet sie Rechts­rock­kon­zer­te mit Nazi­ge­dan­ken­gut.
Die Par­tei kün­dig­te an – ich zitie­re –, dem „Bür­ger­meis­ter den Pro­zess [zu] machen“. Sie bau­te vor dem Rat­haus von Hil­chen­bach einen Gal­gen auf – eine direk­te Dro­hung gegen­über Men­schen, die sich ent­schie­den gegen die­se rechts­extre­mis­ti­sche Par­tei gestellt haben. Ein über­par­tei­li­ches Bünd­nis enga­giert sich in Hil­chen­bach gegen den Drit­ten Weg. Die „Omas gegen Rechts“ sind dabei immer eine tra­gen­de Säu­le. Wer hin­ge­gen betei­ligt sich am Enga­ge­ment gegen den Drit­ten Weg in Hil­chen­bach nie? Die CDU.
(Bei­fall bei der Lin­ken)
Herr Dob­rindt, es gibt für Sie und Ihre Koali­ti­on noch eine Men­ge zu tun, vor Ort und bun­des­po­li­tisch. Stär­ken Sie die Zivil­ge­sell­schaft, und stat­ten Sie Pro­gram­me zur Demo­kra­tie­för­de­rung finan­zi­ell gut und dau­er­haft aus! Wir brau­chen die­se Men­schen.
(Bei­fall bei der Lin­ken)

Kat­rin Fey befragt Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Alex­an­der Dob­rindt (CSU) zur Ent­rech­tung Geflüch­te­ter (21. Mai 2025)

Sie bezieht sich noch mal auf die Rechts­staat­lich­keit zur Abschie­be­haft. Der Rechts­bei­stand für Geflüch­te­te soll abge­schafft wer­den. Das heißt, die­se Men­schen wer­den bei frei­heits­ent­zie­hen­den Maß­nah­men nicht mehr anwalt­lich ver­tre­ten, was ich als zutiefst ras­sis­tisch emp­fin­de. Ich fra­ge Sie: Wo ist hier die Rechts­staat­lich­keit? Wie stel­len Sie sich das vor Gericht vor?

(Bei­fall bei der Lin­ken)

Herr Dob­rindt, stär­ken Sie die Zivil­ge­sell­schaft! (16. Mai 2025)

Sehr geehr­te Frau Prä­si­den­tin! Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen! Wir müs­sen wie­der über Rechts­extre­mis­mus reden. Haben Sie, Herr Dob­rindt, Rechts­extre­mis­mus wirk­lich auf dem Radar?
(Alex­an­der Dob­rindt, Bun­des­mi­nis­ter: Ja, ich habe dar­über gespro­chen!)
Ich den­ke, nein. Wel­che schlag­kräf­ti­gen Ansät­ze haben Sie denn im Kampf gegen rechts außen vor­zu­wei­sen? Wir haben von Ihnen dazu nichts gefun­den.
Was unter­neh­men Sie zur Stär­kung des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts? Bei Wei­tem nicht genug. Mit Ihrer Klei­nen Anfra­ge im Janu­ar haben Sie ver­sucht, Orga­ni­sa­tio­nen ein­zu­schüch­tern, die sich für Demo­kra­tie und gegen Rechts­extre­mis­mus ein­set­zen.
(Bei­fall bei der Lin­ken – Jens Spahn [CDU/CSU]: Man darf nicht mal mehr fra­gen, oder was?)
Sogar die „Omas gegen Rechts“ haben Sie sich vor­ge­nom­men. Sie stär­ken die­se Akteu­re nicht, Sie las­sen sie im Stich.
In Hil­chen­bach im Sie­ger­land – dort kom­me ich her – hat sich die rechts­extre­me Par­tei Der Drit­te Weg fest­ge­setzt. Die­se Par­tei hat ein Haus gekauft, und mit ihrem völ­ki­schen Geha­be fällt sie in das Städt­chen ein.
(Zuruf des Abg. Dr. Chris­ti­an Wirth [AfD])
Am Tag von Hit­lers Geburts­tag ver­an­stal­tet sie Rechts­rock­kon­zer­te mit Nazi­ge­dan­ken­gut.
Die Par­tei kün­dig­te an – ich zitie­re –, dem „Bür­ger­meis­ter den Pro­zess [zu] machen“. Sie bau­te vor dem Rat­haus von Hil­chen­bach einen Gal­gen auf – eine direk­te Dro­hung gegen­über Men­schen, die sich ent­schie­den gegen die­se rechts­extre­mis­ti­sche Par­tei gestellt haben. Ein über­par­tei­li­ches Bünd­nis enga­giert sich in Hil­chen­bach gegen den Drit­ten Weg. Die „Omas gegen Rechts“ sind dabei immer eine tra­gen­de Säu­le. Wer hin­ge­gen betei­ligt sich am Enga­ge­ment gegen den Drit­ten Weg in Hil­chen­bach nie? Die CDU.
(Bei­fall bei der Lin­ken)
Herr Dob­rindt, es gibt für Sie und Ihre Koali­ti­on noch eine Men­ge zu tun, vor Ort und bun­des­po­li­tisch. Stär­ken Sie die Zivil­ge­sell­schaft, und stat­ten Sie Pro­gram­me zur Demo­kra­tie­för­de­rung finan­zi­ell gut und dau­er­haft aus! Wir brau­chen die­se Men­schen.
(Bei­fall bei der Lin­ken)

Par­la­men­ta­ri­sche Initia­ven