Schrift­li­che Fra­ge zum Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setz

Fra­ge: Wie beur­teilt die Bun­des­re­gie­rung die mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les abge­stimm­te Wei­sung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie vom 26. Sep­tem­ber 2025 an das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le zum Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setz (LkSG), wonach ent­ge­gen dem Geset­zes­text und Rege­lungs­ge­halt des LkSG in sei­ner rechts­gül­ti­gen Fas­sung „sowohl für lau­fen­de als auch künf­ti­ge Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver­fah­ren Buß­gel­der nur noch bei schwe­ren Vor­wür­fen im Sin­ne des Koali­ti­ons­ver­trags“ ver­hängt wer­den dür­fen, womit „die ver­blie­be­nen Buß­geld­tat­be­stän­de nur noch dann ange­wen­det wer­den, sofern sie auf­grund ihres Aus­ma­ßes, ihrer Trag­wei­te oder ihres irrever­si­blen Cha­rak­ters beson­ders gra­vie­rend sind“, wäh­rend „für die im Gesetz­ent­wurf zum LkSG- Ände­rungs­ge­setz zur Strei­chung vor­ge­se­he­nen übri­gen Buß­geld­tat­be­stän­de […] das öffent­li­che Ver­fol­gungs­in­ter­es­se erlo­schen [ist]. Das bedeu­tet, dass die betrof­fe­nen Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren ein­ge­stellt wer­den.“ (www.bafa.de/DE/Lieferketten/Ueberblick/ueberblick_node.html), in Bezug auf die damit ange­ord­ne­te umge­hen­de Ein­stel­lung der Prü­fung von Unter­neh­mens­be­rich­ten und Ver­hän­gung von Buß­gel­dern sowie Hier­ar­chi­sie­rung von Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung des in Arti­kel 20 Absatz 2 Satz 2 und Absatz 3 des Grund­ge­set­zes ver­an­ker­ten Rechts­staats­prin­zips und des Grund­sat­zes der Gewal­ten­tei­lung, gegen die damit nach Ein­schät­zung von Jurist:innen ver­sto­ßen wird (sie­he z. B. https://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2025/10/ein-bisschen-kinderarbeit- ist-okay/)?

Ant­wort des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie:

Die Bun­des­re­gie­rung hat am 3. Sep­tem­ber 2025 einen Gesetz­ent­wurf zur Ände­rung des Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­set­zes (LkSG) beschlos­sen, der eine Strei­chung der dort ver­an­ker­ten Berichts­pflicht und die Strei­chung bestimm­ter Buß­geld­tat­be­stän­de vor­sieht.
Im Vor­griff auf die­se Geset­zes­än­de­rung hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) zudem am 26. Sep­tem­ber 2025 im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les ange­wie­sen, die Prü­fung von Unter­neh­mens­be­rich­ten nach dem LkSG ein­zu­stel­len und sowohl für lau­fen­de als auch für künf­ti­ge Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver­fah­ren Buß­gel­der nur noch bei schwe­ren Vor­wür­fen im Sin­ne des Koali­ti­ons­ver­trags zu ver­hän­gen.
Die genann­te Wei­sung steht nach Ansicht der Bun­des­re­gie­rung im Ein­klang mit dem in Art. 20 Abs. 3 GG nor­mier­ten Rechts­staats­prin­zip sowie dem Grund­satz der Gewal­ten­tei­lung gem. Art 20 Abs. 2 S.2 GG. Die an das BAFA ergan­ge­ne Wei­sung rich­tet sich nicht auf eine Aus­set­zung oder Nicht­an­wen­dung des LkSG, son­dern beinhal­tet im Lich­te der anste­hen­den Geset­zes­än­de­rung viel­mehr Vor­ga­ben an das BAFA für eine zweck­mä­ßi­ge Aus­übung sei­nes ihm bei der Fra­ge des Zeit­punkts der Prü­fung von Unter­neh­mens­be­rich­ten sowie der Ver­hän­gung von Buß­gel­dern zuste­hen­den Ermes­sens. Durch die Wei­sung sol­len inso­fern ein Ein­satz von Res­sour­cen des BAFA für künf­tig – das heißt nach Ver­ab­schie­dung des Ände­rungs­ge­set­zes – mit hoher Wahr­schein­lich­keit obso­le­ter Ver­wal­tungs­vor­gän­ge ver­mie­den wer­den.

4 Gedanken zu „Schrift­li­che Fra­ge zum Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setz

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