Meine Anfrage an die Bundesregierung
Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, dass nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) eine Vielzahl von seit Jahrzehnten in den palästinensischen Gebieten einschließlich Gaza tätigen, weltweit anerkannten Hilfsorganisationen, wie Care, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam, von der israelischen Regierung daran gehindert werden, Hilfslieferungen nach Gaza hinein zu bringen, weil israelische Behörden behaupten, die Organisationen seien nunmehr „nicht zur Auslieferung von Hilfsgütern berechtigt“ und eine Neuregistrierung der Organisationen nach im März 2025 eingeführten Registrierungsvorschriften für internationale NGOs in Israel fordern, wofür die NGOs vertrauliche personenbezogene Daten ihrer Mitarbeitenden sowie privater Geldgebender für eine sog. Sicherheitsüberprüfung liefern sollen, obwohl das Teilen dieser Daten die Betroffenen gefährden könnte (www.aerztederwelt.org/unsereprojekte/naher-osten/palaestinensische-gebiete/appell-gegen-verbot-von-ngos), und wenn ja, wie positioniert die Bundesregierung sich zu diesem Vorgehen israelischer Behörden, das dazu führt, dass entgegen Behauptungen der israelischen Regierung die meisten internationalen Hilfsorganisationen seit dem 2. März 2025 aufgrund nicht erteilter Genehmigungen weder Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen noch Güter in Gaza ausliefern konnten, und unternimmt die Bundesregierung etwas, um die israelische Regierung zu veranlassen, die nach meiner Auffassung Instrumentalisierung von Hilfsleistungen durch derartige bürokratische Hindernisse zu beenden, auf das Verlangen der nach einer meiner Auffassung der Datenschutz-Grundverordnung widersprechenden Weitergabe personenbezogener Daten zu verzichten und die sofortige bedingungslose Öffnung aller Übergänge zur Lieferung humanitärer Hilfsgüter zu realisieren, und wenn ja, was konkret unternimmt die Bundesregierung dafür?
Antwort des Staatssekretärs Dr. Bernhard Kotsch vom 23. September 2025
Angesichts der weiter katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen fordert die Bundesregierung, dass umfassende Hilfslieferungen und deren sichere Verteilung auf dem Landweg sofort wieder möglich werden. Die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit humanitärer Organisationen erachtet die Bundesregierung hierfür als zentral. Diese Forderungen erhebt die Bundesregierung im Rahmen ihrer humanitären Diplomatie fortlaufend, auch in regelmäßigen, hochrangigen Gesprächen mit der israelischen Regierung.
Hinsichtlich der neuen Registrierungsmodalitäten für internationale Nichtregierungsorganisationen wirkt die Bundesregierung auf Israel ein, dringend eine Lösung zu deren Anpassung zu finden, die es den Organisationen erlaubt, weiter ihre unerlässliche Arbeit zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung in Gaza im Einklang mit den humanitären Prinzipien zu leisten. Der Bundesaußenminister hat sich diesbezüglich am August 2025 auch in einer gemeinsamen Erklärung geäußert.
